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Cantnitz, geschichtlicher Zeitraffer:

13.Jahrhundert Cantnitz als Angerdorf gegründet - "to den Kantenitze" = versteckte Felder. Baubeginn der Kirche in der 1. Hälfte des 13. Jhd.                                Sie gilt als das besterhaltene Beispiel der frühgotischen Saalkirchen in Mecklenburg-Vorpommern. 1382 Erste urkundliche Erwähnung von Cantnitz im Mecklenburgischen Urkundenbuch. Klaus von Oertzen ist Besitzer von Bauernhöfen in "to den Kantenitze".           Die freien Bauern waren Erb- bzw. Zeitpächter, während das Land Eigentum der Ritterschaft war. 1395 Eigentümer von Bauernhöfen im Dorf "zu der Kantenitze" ist Bernhard von Gloeden. 1411 Claus von Oertzen erwirbt Bauernhöfe in Cantnitz. 1533 In Cantnitz wird erstmalig das Evangelium gepredigt - Reformation. 1541 Oswald von Dohre zu Rehberg, als Eigentümer in Cantnitz verzeichnet, übergibt 1548 den Besitz an seine Gattin Anna Peccatel als Leibgedinge. 1578 Erwähnung der Kirche, die "früher zu St. Catharinen" geheißen habe. Protokoll über den Kirchenacker: "1 Camp bei dem großen Busche;           1Cavel am Stolper Felde boven dem Schwedenbruche; 1 Camp im Dolgenschen Felde bei der großen Wische; 1 Camp im Sandfelde boven dem See;           1 Camp bei dem Waterstege: 1 Stück, das Viefrudichen". (fünf Ruten) 1591 Busso Dohre zu Rehberg verpfändet seinen Teilbesitz von Cantnitz(1/3) an Dietrich Rundhorn aus Woldegk für 1500 fl. Namen der ansässigen Bauern:           Westphall, Hagemann, Kroß, Nemerow, Stegemann, Moller und Gyse = 5 Bauern- und 2 Kossatenhöfe. 1603 Kuno von Dohre verpfändet einen Bauernhof, den Hans Wolter bewohnte, an Ullrich von Manteuffel zu Dolgen für 400 fl. 1624 Die von Raven kaufen von O. von Dohre 5 Bauern- und 2 Kossatenhöfe. 1637/38 Graf Gallas, Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee (nach Wallenstein) zerstört das Feldberger Gebiet und auch den Ort Cantnitz,                      in dem vorher 15 Bauern und 6 Kossaten gezählt worden waren. Von der Kirche bleiben nur die Mauern stehen.                      Um 1700 werden Dach und Decke erneuert und die Kirche mit neuem Altar und Gestühl ausgestattet. 1665 Cantnitz hatte seit dem 30jährigen Krieg keinen Prediger mehr. 1694 Nach vielfältigem Besitzwechsel von einzelnen Bauernhöfen und größeren Teilen von Cantnitz gingen mehrere Höfe an Herzog Adolf Friedrich II.           Den anderen Teil der Höfe besaß bis 1736 Ernst Werner von Raven. 1698 Ein Wulf Leopold von Stülpnagel auf Cantnitz und Kanzow kaufte 3 Bauernhöfe, die ehemals Manteuffel gehört hatten, von den Kreditoren. 1700 Anbau eines Holzturmes an die Kirche. 1701 Dorfkrug und Haus mit Schmiede in Cantnitz wieder aufgebaut. 1703 In "Contributionslisten" werden folgende Steuerzahler/Bauern von Cantnitz registriert: mit 6 jähriger Steuerfreiheit Hagmann, Christoffel,           der Schultz und Roloff, Michel, der Schmied, beide wegen Wiederaufbau ihrer Anwesen. Die Bauern Köster, Christian; Sumpf, Paul; Radloff, Hinrich;           Ribbek, Jürgen und Ribbek, Claus weil sie auf wüste Hufen gesetzt worden waren. Außerdem wurden als steuernzahlende Bauern erfasst:           Utesch, Johan; Schultz, Christian; Schultz, Johan Friedrich und Jahn, Johan, der Schäfer. 1706 Vor die Eingangstür zur Kirche wird ein Vorbau errichtet. 1711 Altar aufgebaut und aus alten, geschnitzten Teilen (15.Jh.) zusammengesetzt. 1716 Cantnitzer Höfe und andere Güter gingen an die Gattin von Adolf Friedrich II., Christiane Emilie von Schwarzburg-Sondershausen, die alles an den            lüneburgischen Rat und Landdrosten Georg Ernst von Werpupp verpfändete. 1736 Herzog Carl Ludwig Friedrich brachte als Inhaber des Amtes Bergfeld die Ravenschen Höfe in seinen Privatbesitz, nachdem er die andere Hälfte des Dorfes           bereits zusammen mit dem Amt Bergfeld von Adolf Friedrich II. erworben hatte. Er übergab Cantnitz zusammen mit seinen Allodialgütern an die "Kammer"           zur Begleichung der Schulden seines Vaters von 130000 Rtlr. 1739 Das Dorf wird von der Kammer an 8 Bauern verpachtet. Deren Namen waren: Straßen, Hahn, Reideloff, Ribbeck, Kordt und Schröder. 1750 Für 5 Jahre gab es wieder einen eigenen Prediger in Cantnitz. 1754 Cantnitz wurde zu Johannis (26. Juni) erstmalig als Dominalpachthof verpachtet. 1763 Es wurden 6 Bauern gelegt und 1770 die restlichen zwei Bauern. Danach wurde Cantnitz zur Meierei gemacht. 1791 Freistehender Holzturm an der Kirche abgerissen, ein Neubau war mit 314 Talern zu teuer. 1795 Im "...Staats-Calender auf das Jahr 1795" ist für 1793 unter der Rubrik "Herzogliche Domänen" im Amt Bergfeld verzeichnet: Kantnitz 3 ¾ H 427.000 qR,           Kirche, Windmühle, Hr. Amtmann Johann Carl Ludwig Schröder, Mühlenbesitzer Christian Friedrich Wessel." Im gleichen Jahr kommt das Amt Bergfeld           (mit Cantnitz) zum Amt Feldberg. Prediger ist Ernst Christian Brückner für Bredenfelde, Lichtenberg, Neugarten, Lüttenhagen, Weitendorf und Cantnitz. 1832 Bau der Wohnstätten zum Gutshaus. Einige davon heute unter Denkmalschutz. 1838 Abriss des Pfarrhauses, der Wedeme. 1842 Nach der Familie Schröder (1793 - 1842) Pächter bis 1853 Carl Emil Selle. 1852 Kleine Glocke erneuert. 1862 Große Glocke erneuert. 1873 Mühlen- und Krugbesitzer Wessel wanderte nach Amerika aus. 1890 Schule in Cantnitz gebaut. 1893 Die Auswanderungsstatistik für die Zeit von 1849 - 1893 besagt, dass aus Cantnitz 142 Personen ausgewandert sind.           Im Vergleich dazu hatte der Ort 1871 315 Einwohner und 21 Wohnhäuser. 1894 "Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb" neben der Posthülfstelle in Betrieb. 1896 Gutsschmiede auf dem Gelände der stillgelegten Gutsbäckerei errichtet. 1905 Einwohnerzahl 283, vorher 306. 1906 Pachthof mit 861 ha, 21 a und 8 qm. Im Ritterschaftlichen Kataster mit 5 Hufen und 250 14/32 Scheffel angegeben. Kirche, Schule, 11 Büdner, Windmühle,           Krug, Schmiede, Feuerspritze, Pächter: Wilhelm Wibelitz, Lehrer und Küster: Friedrich Otto, Hebamme: verehelichte Schmidt. 1910 Rinderstall abgebrannt, danach etwas verkleinert wieder aufgebaut. Saal am Dorfkrug angebaut. 1911 Das Gut erhält Licht- und Kraftstrom, Pumpenhaus am See zur Wasserversorgung errichtet. Vorher Pferdegöpel als Antrieb auch für Druschkästen,           Schrotmühlen und Häckselmaschinen. Die Trinkwasserversorgung erfolgte durch Brunnen. 1920 Die Bockwindmühle brennt zum 3. und letzten Mal ab. 1921 Das ganze Dorf erhält elektrischen Strom. 1925 Als Dominalpachthof ausgewiesen. Es gibt außerdem 11Büdner (Hauseigentümer), die aber das Land zum Haus bei der Dominalverwaltung pachten mussten. 1927 Pächterin des Gutes ist Hedwig Wibelitz, geb. Giese: 704 ha Ackerland, 22 ha Wiesen, 20 ha Weiden, 51 ha Unland/Hof und Wege, 22 ha Wasserfläche,           80 Pferde, 130 Rinder davon 70 Milchkühe, 900 Schafe und 200 Schweine. 1943 Martin Bormann, Leiter der Parteikanzlei der NSDAP, kauft neben anderen Gütern auch Cantnitz und fasst sie in der "Gutsverwaltung Nord - Obersalzberg" 1946 Bodenreform in Cantnitz. 1952 09.09. Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Typ I "Thomas Müntzer".           Im Gründungsprotokoll verzeichnet: Artur Bukowski, Erna Meiritz, Ewald Thurow und Artur Arndt. 1953 Am 30.01. Zur LPG Typ III umgewandelt. 1957 Cantnitz 907 ha, davon 730 ha LNF bzw. 637 ha Ackerland, 1 LPG Typ III, private Betriebe: bis 1 ha LNF = 6, über 1 ha LNF = 42 1969 Wasserleitung für das ganze Dorf verlegt. 1971 Das Berliner Institut für Internationale Politik und Wirtschaft kauft den Dorfkrug von der Familie Holz und baut ihn zum Ferienobjekt IPW-Heim aus.           Darin wird 1972 das erste, noch provisorische Kinderferienlager eröffnet. 1972 Zusammenlegung von Cantnitz, Weitendorf und Lüttenhagen zur Gemeinde Lüttenhagen. 1974 Das IPW-Heim wird nach vollendetem Ausbau feierlich eröffnet. 1977 Zusammenschluss LPG "Thomas Müntzer" mit LPG "Walter Ulbricht" Dolgen. LPG Tierproduktion gegründet. 1992 Im Februar Beginn der Auflösung der LPG Tierproduktion. Die Pflanzenproduktion wird unter der Leitung von Kietzmann als GmbH neu organisiert. 1992 Neues Pflaster für Dorfstraße. 80 % Fördermittel der Landsregierung. 1992 Eröffnung von Hotel "Iris" im vom Grund auf restaurierten, erweiterten und modernisierten ehemaligen Dorfkrug und späteren IPW-Heim.           Es bestand bis Ende 1998. Danach Ferien-Idyll mit 9 Ferienwohnungen. 1995 Betonspurbahnen Cantnitz-Stolpe (1600 m), im Rahmen des ländlichen Wegebauprogramms durch die Landesregierung gefördert. 1996 Verkabelung und Ausbau des örtlichen Telefonnetzes. 1997 Rekonstruktion und Erweiterung der Straßenbeleuchtung. 1998 "Dorfklub Cantnitz e. V." am 30.11. Gegründet. 1999 Im Frühjahr Inbetriebnahme der Abwasseranlage. Anschluss aller Haushalte, ausgelegt auf 220 Einwohner. 1996 hatte der Ort 165 Einwohner und 38 Hotelbetten. 1999 Anschluss an die Gruppenwasserversorgung Feldberg-Lüttenhagen-Weitendorf-Cantnitz. 1999 Sanierung des Kirchendaches, Förderung durch die Gemeinde mit 10000 DM. 2000 Nach 20 Jahren brütet seit dem 29.04. wieder ein Storchenpaar im Dorf, zwei Jungvögel. 2000 Am 9.September Baubeginn des Klubhauses durch Mitglieder des Dorfklubs. Am 21. 10. war das Dach gerichtet.           Zu diesem Zeitpunkt standen 992,5 freiwillig geleistete Arbeitsstunden zu Buche. Am 4. 11. war das offizielle Richtfest.

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